Ink on dead trees, typewriters, black and white photographies, heavy recorders – when thinking about my youth, I feel like a dinosaur.
I loved newspapers. So I decided to set up this little archive with a sample of articles and photos made by me during the last 30 years. My tribute to a largely bygone era.
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About: Say goodbye with style!
Pri: Belstile adiaŭi!
Published, Aperis: S-Trip, 12/2002 (†)
Und tschüs!
Der stilvolle Abgang entscheidet über den Nachruhm
„Der erste Eindruck entscheidet“, hört man oft. Aber stimmt das denn? Wieso zum Beispiel erlaubt sich dann jede Bundesregierung, nach der Wahl erst einmal ein paar Monate hemmungslos herumzupfuschen und orientierungslos durch die Gegend zu tapsen? Klarer Fall: Politiker wissen ganz genau, dass das Gedächtnis der Wähler kurz ist. Und dass es deshalb völlig ausreichend ist, wenn man ein paar Wochen vor der Wahl anfängt, den Anschein von Kompetenz zu verbreiten. Es ist eben der letzte Eindruck, der im Gedächtnis haften bleibt!
Daher sollte man auch bei gesellschaftlichen Anlässen nie grußlos verduften, sich also nicht „auf französisch verabschieden“, beziehungsweise, falls man gerade in Frankreich ist, „sich auf englisch aus dem Staub machen“. Benimmlehrerinnen empfehlen, auch seltsame Gastgeber beim Aufbruchsgeplänkel nicht zu irritieren: „Hat es Ihnen nicht geschmeckt, legen Sie die Betonung auf andere Aspekte des Zusammenseins“. Also nicht den vegetarischen Saufraß kommentieren, sondern zum Beispiel das schöne Wetter oder die geschmackvolle Beleuchtung.
Langjährige Beziehungen sollten erst recht nicht wortlos beendet werden. Ob man ein formvollendetes „Teures Weib, gebiete Deinen Tränen!“ über die Lippen bringt oder dem Häufchen Elend ein kumpelhaftes „Bloß nicht heulen, alte Suse!“ auf die Schultern klopft, ist letztlich Geschmacksache. Hauptsache, man bleibt in guter Erinnerung. Einfach „Tschüs“ zu sagen, ist übrigens meistens völlig o.k. Diese kurze Abschiedsformel ist nämlich nichts anderes als die norddeutsche Verballhornung des spanischen „adios“, was „Gott befohlen“ heißt und im gesamten christlichen Abendland vollkommen ausreicht.
Wer die Erde für immer zu verlassen gedenkt, sollte sich dagegen rechtzeitig längere Gedanken über seinen Nachruhm machen. Eigenlob ist viel zu wichtig, um es anderen zu überlassen! Einerseits sollten Grabmäler nicht übersehen werden, andererseits aber auch nicht durch kitschigen Protz unangenehm auffallen. Als zweckmäßig haben sich in diesem Zusammenhang schlichte Pyramiden erwiesen, die ungefähr 50 Meter hoch sind.
Martin Ebner
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